TSV Willsbach Schachabteilung

Poker-Jahres-Finale 2011 am 6. Januar 2012 im Sportheim

Spass hat's gemacht

Leider hatten es dieses Jahr nur 6 Spieler zum Jahresfinale ins Sportheim geschafft.

Hans im Glück als Favorit mit 7000 Chips. Hartmut die Kappe mit 6700, Doro, mit beachtlichen 4 Turniersiegen 2011 mit 6000, Nina mit 4000 schon merklich weniger, Gustav Gans und meine Wenigkeit, mit relativ aussichtslosen 3500. Leider verhindert waren Alex und Moritz

Das wichtigste um eine solches Turnier zu gewinnen, sind die richtigen Karten im richtigen Moment, keine heftigen Bad beats, aber auch die Fähigkeit den Gegner richtig einzuschätzen. So treffe ich z.B. mit A10 gar nichts gegen Hartmut im Flop, wir checken beide. Turn eine weitere kleine Karte. Ich checke in schlechter Position, und Hartmut setzt aus dem nichts 1,5 Mal Pot. Ja, da muss man Hartmut jetzt halt kennen. Er dachte an leicht verdiente CHips. Und es waren auch leicht verdiente Chips, aber zu seinem Leidwesen für mich.

Das andere Mal spiele ich mit D9 suited gegen Hans, im Flop kommt ungefähr 9 8 3, 2 Karten suited, und Hans spielt vorne direkt 1,5 Mal Pot an. Was tun? Ein so hoher Einsatz? Ich habe Top-pair, aber deutlich weniger Chips als Hans. Hier bin ich vorsichtig und gehe mit Toppair raus, das Risiko ist zu hoch, am wahrscheinlichsten hält er einen Flush- oder Straight-draw mit 2 overcards (B10 z.B.), wenns ganz dumm läuft sogar beides. Dann hat er zwar nichts, aber inklusive der overcards einfach sehr viele outs. Ganz alt sieht man aus wenn man gegen K9 spielt. Also besser Vorsicht. Raus! 

Und wenn man mal richtig gute Karten hat, muss man versuchen so viel wie möglich rauszupressen. Diesbezüglich war Doro ein dankenswertes Opfer an diesem Abend. Einmal folden alle bis zu mir im Smallblind, ich sitze auf AA, jetzt groß anspielen wird Doro nur verscheuchen, also fülle ich erst mal nur auf, 3 kleine Karten im Flop. Jetzt mal anchecken um zu sehen ob Doro was getroffen hat, sie beißt an und setzt 200, ich Raise auf 500, wird bezahlt. Eine weitere nichtssagende Karte, jetzt können wir ans Verdienen denken, 800, Doro zahlt bereitwillig. So habe ich mit AA 1500 verdient, erhöhe ich dagegen vor dem Flop, hätten ich mich wohl mit einem mageren Bigblind begnügen müssen.

2 Runden später ein ähnliches Spiel, ich treffe mit A2 den Drilling 2er im Flop, und checke erst mal an. Wieder beißt Doro an und bezahlt hinten raus bereitwillig. Damit war ich Dank Doro ganz gut im Spiel, als sich dann Nina als erstes verabschieden musste.

Ihr Stack war stetig am Schrumpfen. Hans spielte mit DD hoch an, was übrigens an diesem Abend häufiger im Umlauf war. Nina dachte wohl da will mal wieder einer meinen Big-Blind stehlen und ging mit KD all-in. Doch leider kam kein König, aber dafür hatten jetzt eine ausgezeichnete Dealerin.

Auch Gustav hatte bis dahin schon 2 mal all-in geschrieen. Das Damenpärchen war dann aber zu mir weiter gewandert. Gustav den Small-Blind aufgefüllt, ich erhöht, Gustav gecallt. 3 kleine Herzen im Flop. Wie es jetzt genau kam und wer hier angespielt hat weiß ich nicht mehr, jedenfalls war Gustav dann all-in, denn er hatte sich mit Herz-König eine gute Chance auf einen Flush (Gustav's Lieblingsziel) ausgerechnet.

Hier ein Kurzer Theorie-Exkurs; 3 Herzkarten auf dem Tisch eine in der Hand, fehlen 9, also 9 outs, Pro out und Karte (Turn+River) kann man ungefähr 2% rechnen, dass also auf Turn oder River noch ein Herz kommt ist die Wahrscheinlichkeit ungefähr 36%, genau genommen um die 35%. Aber mit Herz König bekommt er 3 zusätzliche outs, weil er auch mit einem K gegen mein Damenpärchen gewinnt, also insgesamt 12 outs, und sagen wir, um die 47%, also nicht ganz unberechtigt da die Chips zu investieren, zu mal ja auch schon einiges im Pot lag und Gustav nicht mehr all zu viel vor sich hatte. Aber heute war ausnahmsweise mal kein Bad-beat-Tag, und so musste Gustav auscheiden.

Platz 4 dann für Doro, die durch meine slow-plays bereits stark geschwächt war, ging sie gegen Hans der aggressiv mit DB erhöht hatte, mit A5 all-in. Man kann sich merken, wenn ein Spieler die höchste und niedrigste Karte hält ist er ungefähr 60/40 vorne. Dennoch ist es eben nur eine Wahrscheinlichkeit. Und so kam für Hans die Dame und für Doro gab's Blech.

Da waren's nur noch drei, Hartmut, Hans und meine Wenigkeit (obwohl, inzwischen hatte ich mir einen ganz netten Stack aufgebaut und war Chipleader). So labten wir (Hans und ich) uns dann eine Weile an Hartmuts Blinds, bis es dann zum vorentscheidenden Showdown zwischen mir und Hans kam. Hier übrigens ein wiederkehrendes Muster. Im Flop 2(K) 4(K) 5(H). Hans wieder vorne und spielt mit 1500 direkt 1,5 Mal Pot an. Wir erinnern uns an die Hand oben, als ich mit D9 suited Toppair gefoldet habe. Ich sagte Hans hat einen Straight- oder Flush-Draw mit zwei overcards. Man kann halt nicht aus seiner Haut, viele Pokerspieler neigen dazu in ähnlichen Situationen immer wieder ähnlich zu reagieren. Doch das macht einen auf Dauer berechenbar. Mit A3 und gefloppter Straße hatte ich hier die Möglichkeit meine Vermutung zu überprüfen.

Auf Hansens 1500 erhöhte ich nochmal um weitere 3000, um ihm keine kostenlose Karte für seinen Draw zu geben. Hans der schon viel investiert hatte, sah sich gezwungen all-in zu gehen. Und so bestätigte sich die Vermutung, Hans deckt 6 7 suited in Herz auf, Straight-Draw mit 2 overcards, korrekt gelesen. Mit dem 3er nehme ich ihm noch einen out zur Straße, bei 7 outs hat er immerhin noch ca. 27%, ok, sagen wir 28% wenn wir noch den "Backdoor-Flush" in Herz mitrechnen. Aber wie gesagt, heute war nicht der Tag der Bad beats. Bronze für Hans.

Damit waren wir auch schon im Heads-up, Hier war ich jetzt klarer Favorit, mit ca. 25000 gegen 5000 von Hartmut. Hartmut war des öfteren All-in, die Strategie war also einfach auf die richtige Gelegenheit für einen Call zu warten. Die kam dann auch. Hartmut mit DB all-in, ich mit A7 gecallt. Und wieder kein Bad beat. Geschafft. Silber für Hartmut.

Also mit meiner Leistung war ich ganz zufrieden. Mit guten Karten und ohne Bad Beats ist es allerdings auch nicht allzu schwer zu gewinnen :-)

Auf ein fröhliches Pokerjahr 2012!

Cheers.

Karl

 

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